Ausstellungen

Christo: Big Air Package

CHRISTO: BIG AIR PACKAGE — 16. März bis 30. Dezember 2013

18 Jahre nach der Verhüllung des Reichstages und 14 Jahre nach der Abschlussinstallation „The Wall“ für die Internationale Bauausstellung Emscher Park präsentiert Christo im Gasometer Oberhausen ein weiteres außergewöhnliches Kunstprojekt. Der weltweit angesehene Künstler zeigt in dem 117 Meter hohen Industriedenkmal sein "Big Air Package" – die größte bisher geschaffene Innenraumskulptur der Welt.

Die Skulptur im Inneren des Gasometers wurde aus 20 350 Quadratmetern lichtdurchlässigem Gewebe und 4 500 Metern Seil gefertigt. Im aufgeblasenen Zustand erreicht sie bei einem Gewicht von 5,3 Tonnen eine Höhe von mehr als 90 Metern, einen Durchmesser von 50 Metern und ein Volumen von 177 000 Kubikmetern.
Das Big Air Package reicht damit nahezu von Wand zu Wand des ehemaligen Gasspeichers und lässt lediglich den schmalen Umlauf frei, von dem aus die Skulptur von allen Seiten betrachtet werden kann. Zwei Gebläse erzeugen einen konstanten Luftdruck und halten das Kunstwerk aufrecht. Luftschleusen erlauben es den Besuchern, das monumentale Kunstwerk auch von innen zu erleben.  Beleuchtet durch die Dachfenster des Gasometers und 60 Strahler, erzeugt es in seinem Inneren eine diffuse Atmosphäre aus Licht. Hier, inmitten des Big Air Package, bietet sich ein einzigartiges Erlebnis von Raum, Größe und Form. „Der innere Raum ist vermutlich der außergewöhnlichste Aspekt von allen Air Packages, die wir seit 1966 realisiert haben. Von innen wirkt der ganze Raum wie eine 90 Meter hohe Kathedrale.“, erklärt Christo.

Werkschau aus fünf Jahrzehnten
Begleitet wird die Skulptur Big Air Package von einer in Umfang und Gestalt bisher einzigartigen Werkschau auf der untersten Ebene des Gasometers. Sie zeigt die bedeutendsten Projekte, die Christo und Jeanne-Claude in den vergangenen fünf Jahrzehnten an unterschiedlichsten Orten der Welt realisiert haben. Großformatige Bilder von Wolfgang Volz lassen Werke wie „Valley Curtain“ (1972),  „Surrounded Islands“ (1983), „The Pont Neuf Wrapped“ (1985), „Wrapped Reichstag“ (1995) oder „The Gates“ (2005) in all ihrer Schönheit und visionären Kraft wieder aufscheinen und machen sichtbar, was die Werke mit einander verbindet. Filme und Entwürfe verdeutlichen die Entstehung dieser faszinierenden, stets aber zeitlich begrenzten Kunstereignisse. Original-Stoffreste der großen Projekte können mit einander verglichen werden. Schließlich werden auch die beiden noch unrealisierten Christo-Projekte, die noch aus der gemeinsamen Arbeit mit seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude herrühren, in Entwürfen präsentiert.

 

The Wall und das Big Air Package
Im Gasometer Oberhausen sorgte das Künstlerpaar bereits 1999 mit einer Installation für Aufsehen: Aus 13 000 Ölfässern errichteten Christo und Jeanne-Claude „The Wall“, eine 26 Meter hohe Mauer, die das Industriedenkmal auf seiner gesamten Breite durchzog. Das Mosaik aus farbigen Fässern beeindruckte die Besucher der dunklen Hülle des alten Gasbehälters durch seine Dimension und seine Leuchtkraft. Der Gasometer Oberhausen, Europas höchste Ausstellungshalle, ist damit der erste Ort, der von Christo zweimal für die Realisierung eines Kunstobjekts ausgewählt wurde.

Christos Original-Entwürfe in der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen
Sieben originale Entwurfszeichnungen des Big Air Package werden während der Ausstellungszeit im Kabinett der LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen zu sehen sein.
Diese überwiegend großformatigen Arbeiten lieferten die Vorlage für das Big Air Package.  Sie entstanden in Christos New Yorker Studio und zeigen die Entwicklung der Idee in den Jahren 2010 bis zur Realisierung 2013. Die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen ist über einen kurzen Fußweg gut vom Gasometer Oberhausen aus zu erreichen. Kombitickets sind an beiden Kassen erhältlich.

 

Geschichte der Air Packages

Webseite von Christo und Jeanne-Claude

Die Projektleitung für das Big Air Package liegt bei Wolfgang Volz, der schon zahlreiche Christo-Projekte Realität hat werden lassen. Kurator der Werkschau ist Peter Pachnicke.