Planet Ozean geht, Mythos Wald kommt - unser Tagebuch
Vorbereitung des Klangraums für das Projekt "Global Sunrise". Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Für Lichteffekte werden spezielle Leuchten montiert und eingerichtet. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Die Beleuchtung wirkt im Wechselspiel mit speziellen Deckenelementen. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Die fertige Deckenmontage erstrahlt im kühlen Blau, kann aber auch kräftiges Orange. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Chris Watson (links) und Tony Myatt. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Chris Watson (rechts) gemeinsam mit dem Soundartisten Tony Myatt. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Theresa Baumgartner, Chris Watson und Tony Myatt. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Chris Watson beim Soundcheck. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Im vom OCEANS21 konzipierten Klangraum folgen die Besucherinnen und Besucher dem Sonnenaufgang rund um die Welt. Dieser hört sich im Müritz-Nationalpark anders an als in Belize oder in den Zedernwäldern Japans.
Die sinnliche Akustikreise durch die morgendlich erwachenden Wälder auf fünf Kontinenten inszeniert der weltbekannte Spezialist für Naturklangaufnahmen Chris Watson gemeinsam mit dem Soundartisten Tony Myatt.
Auch im Inneren des Klangraums waren Theresa Baumgartner, Verena Bachl und Karsten Schuhl unter der Leitung von OCEANS21 am Werk. Die Besucherinnen und Besucher dürfen sich also ab dem 20. März nicht nur auf ein akustisches, sondern auch auf ein optisches Highlight freuen.
Der Klangraum von außen im Rohbau. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Ein frisches Grau bildet die Basis für die Lichtinstallation. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Abformungen von Apfelbaum, Eiche, Birke und Buche werden auf der grauen Wand angebracht. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
LEDs illuminieren schließlich die Abformungen. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Einige Testläufe sind notwendig bis die Lichtstimmung passt. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Man nehme: eine graue Wand, ein kreatives künstlerisches Konzept, Abformungen von Apfelbaum, Eiche, Birke und Buche sowie eine stimmungsvolle Hinterleuchtung beinhaltet – und fertig ist das äußere Erscheinungsbild des eigens für den Gasometer von OCEANS21 entwickelten Klangraums „Global Sunrise“.
Dafür verantwortlich zeichnen Theresa Baumgartner, Verena Bachl und Karsten Schuhl. Ein paar Testläufe sind noch notwendig, bis die endgültigen Lichteinstellungen gefunden sind, doch erste Versuche sehen bereits vielversprechend aus
Die ersten großformatigen Bilder der neuen Ausstellung "Mythos Wald" treffen ein. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Es sieht ein wenig aus wie "Malen nach Zahlen". Jedes Foto hat je nach Thema seinen zugewiesenen Platz. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
An Ort und Stelle positioniert, warten die großformatigen Bilder darauf ausgepackt, aufgehängt und ausgeleuchtet zu werden. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Die Hängung der rund 160 Bilder erfolgt mit Hilfe mehrerer Scherenarbeitsbühnen. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Beim Auspacken werden die Bilder auf Transportschäden geprüft. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Und auch dieses Bild findet per Transportwagen zu seinem vorgesehenen Platz. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
LKW reiht sich an LKW und neben den zahlreichen Leihgaben aus verschiedenen Museen befinden sich in dem einen oder anderen Kastenwagen auch die mit Spannung erwarteten großformatigen Bilder. Diese sind ein ganz zentraler Bestandteil der kommenden Ausstellung „Mythos Wald“ und wurden vom Kuratorenteam um Jeanette Schmitz sorgfältig ausgewählt. Unter den fotografischen Werken finden sich Arbeiten zahlreicher international ausgezeichneter Naturfotografen.
Doch bevor die Bilder die Besucherinnen und Besucher der kommenden Ausstellung „Mythos Wald“ in ihren Bann schlagen können, ist zunächst Handarbeit gefragt. Rund 160 Großformate müssen entladen und gemäß Plan auf der 7.000 m² großen Ausstellungsfläche verteilt werden. Anschließend folgt – noch vor der Hängung – der spannendste Moment: wenn die ersten Hüllen fallen und im Licht der Taschenlampen ein erster Qualitätscheck durchgeführt wird. Nach der Hängung wird schließlich die Beleuchtung eingerichtet. Mehr als 350 Strahler sorgen für die richtige Ausleuchtung. Diese sind jedoch noch nicht alle installiert, und auch die nächste Bildanlieferung wird bereits mit Spannung erwartet.
Industriekletterer montieren die beiden Megaposter am Gasometer. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Jedes Megaposter besteht aus 12 Einzelteilen, jedes misst 14 x 9 Meter. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Die Industriekletterer brauchen rund zwei Tage, um das alte Poster ab- und das neue Megaposter aufzuhängen.
Die letzte Reihe wird sturmsicher an der Gasometerfassade angebracht. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Zweidrittel sind geschafft, fehlt noch die untere Reihe. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Von der Centro-Seite her schaut es schonmal gut aus. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Und auch von der anderen Seite zum Kanal hin ist das Megaposter montiert. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen GmbH
Noch rund zwei Wochen, dann eröffnet im Gasometer die neue Ausstellung „Mythos Wald“. Während im Inneren schon seit Wochen auf Hochtouren gearbeitet wird, sind nun auch außen die unübersehbaren Vorboten angebracht: zwei riesige Ausstellungsposter machen Lust auf mehr.
Die beiden Megaposter zur Ausstellung „Mythos Wald“ sind jeweils knapp 1.500 Quadratmeter groß und wurden aus insgesamt 24 Einzelteilen zusammengesetzt. Dafür ist das Team von Höhenhandwerk um den Industriekletterer Peter Peilert verantwortlich. In luftigen Höhen wurden die einzelnen Elemente montiert und sturmsicher befestigt.
Abbau des Riesenhirsches im Museum Koenig Bonn. Foto: Alexandra Hostert, Museum Koenig Bonn
Ankunft am Gasometer - der Riesenhirsch kommt in mehreren Teilen. Foto: Thomas Wolf, Gasometer Oberhausen
Das Geweih des Riesenhirsches misst fast drei Meter. Foto: Dirk Böttger, Gasometer Oberhausen
Per Gabelstapler geht es in den Gasometer. Foto: Thomas Wolf, Gasometer Oberhausen
Der Korpus des Riesenhirsches wird aus der Transportkiste herausgezogen. Kiste. Foto: Thomas Wolf, Gasometer Oberhausen
Der Kopf muss vor Ort auf den Korpus montiert werden. Foto: Thomas Wolf, Gasometer Oberhausen
Es bildet das Empfangskomitee der kommenden Ausstellung „Mythos Wald“: ein seltenes Riesenhirschskelett mit einem gewaltigen, fast drei Meter langen Geweih. Vor rund 7.000 Jahren streifte er durch die Wälder der Eiszeit, später schmückte er rund 100 Jahre lang gemeinsam mit einem weiblichen Pendant das Foyer des Museums König in Bonn. Dort wurde er Anfang Januar vorsichtig zerlegt und zusammen mit weiteren Leihgaben des Museums per Spezialtransport nach Oberhausen gebracht, wo er anschließend wieder sorgsam zusammengesetzt wurde. Nun ist er der Blickfang im Eingangsbereich für Besucherinnen und Besucher, die ab dem 20. März die neue Ausstellung besuchen.
Kein Weihnachtsbaum
Mit bunten Kugeln, Lametta und einer Lichterkette wird er zwar nicht ausgestattet, aber passend zu Weihnachten erhält "Der Baum" seine strahlenden Lichter. Die haben jedoch nichts mit dem christlichen Fest zu tun, sondern symbolisieren später das komplexe System aus Leitungsbahnen eines jeden Baumes.
Der Baum
Unser Baum entwickelt sich prächtig. Man kann der imposanten Kunstinstallation wortwörtlich beim Wachsen zusehen. Allerdings in umgekehrter Reihenfolge, denn als Erstes wird der Ring für die spätere Krone zusammengesetzt, gefolgt vom ausladenden Stamm. Und so wächst das glanzvolle Werk in den kommenden Wochen weiter und weiter in den Luftraum des Gasometers.
Verantwortlich für "Der Baum" zeichnen die Pioniere der Medienkunst, Ars Electronica Solutions aus Österreich. Und die haben auch schon "Die Welle" für "Planet Ozean" entwickelt.
Besenrein
Kaum eine Woche nach Ende der erfolgreichen Ausstellung „Planet Ozean“ ist der Abbau fast abgeschlossen — innen wie außen. Selbst das Megaposter mit unserem Hai ist bereits recycelt. Ab jetzt übernimmt das Aufbau-Team.
Abschiedsschmerz und Neuanfang
Ein wenig Wehmut ist schon dabei, wenn die Scheinwerfer ausgehen, Exponate verpackt und die Bilder abgehängt werden. Doch auf den Trennungsschmerz folgt der Zauber des Neuanfangs, wenn in den nächsten Wochen „Mythos Wald“ in den Gasometer einzieht.
Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung
Mit einem leisen Quietschen schließt sich die gewaltige Stahltür des Gasometers. Dann herrscht Stille. Es ist der 30. November 2025, 18:01 Uhr und die letzten BesucherInnen haben das Gebäude verlassen. Sie gehören zu den insgesamt 1.522.191 Gästen, die sich die beeindruckende Ausstellung „Planet Ozean“ in den letzten 20 Monaten angesehen haben. Eine gigantische Zahl, ein überwältigender Erfolg!
Nun aber heißt es Abschied nehmen. Ein letzter Blick auf die großformatigen Bilder, eine letzte Umarmung mit Buckelwal Willi, eine letztes Mal unter der Welle verweilen, eine letzte Reise in die Klangwelten der Meere, denn bereits morgen früh wird hier nichts mehr so sein wie vorher.