Karsten Schwanke

Wälder sind wichtig!
Und das auch aus der Sicht eines Meteorologen wie Karsten Schwanke. Wofür wir unsere Wälder so dringend brauchen, erläuterte der am Dienstagabend im ausverkauften Gasometer. Direkt unter der Lichtkunstinstallation „Der Baum“ machte Schwanke die ökologischen Wechselwirkungen zwischen Wald, Wetter und Klimawandel greifbar.
Wälder sind weit mehr als nur grüne Lungen der Erde: Sie beeinflussen das Wetter, regulieren den Wasserkreislauf und spielen eine zentrale Rolle im globalen Klimasystem. Gleichzeitig sind sie selbst stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Diesem spannenden Themenfeld widmete sich der Vortrag „Unser Wald – zwischen Wetter und Klimawandel“ von Karsten Schwanke am 21. Juli im Gasometer Oberhausen.
In seinem Vortrag beleuchtete Schwanke die komplexen Wechselwirkungen zwischen Wald und Wetter. Er zeigt auf, wie Wälder Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind beeinflussen, Wolkenbildung fördern und Wasser speichern. Gleichzeitig geht er der Frage nach, wie sich der Klimawandel auf Wälder in Deutschland und weltweit auswirkt und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.
Karsten Schwanke ist einem breiten Publikum als Moderator der Wettervorhersage in der ARD bekannt. Als erfahrener Wissenschaftsvermittler versteht er es, komplexe Zusammenhänge anschaulich und verständlich zu erklären.
Hier geht es zum Video des Vortrags

Wir haben dem Wetterexperten fünf Fragen zum Themenkomplex Wald und Wetter gestellt:
• Welche Rolle spielen Wälder konkret für unser Wetter — zum Beispiel bei Temperatur, Regen und Wolkenbildung?
Gesunde Wälder speichern 90 Prozent des Regenwassers. Sie spielen also im Wasserkreislauf, vor allem bei der Speicherung des Wassers eine große Rolle. Damit fördern sie die Wolken- und Regenbildung (aufgrund der Verdunstung). Und nicht zuletzt kühlen Wälder aufgrund der Verdunstung ihre Umgebungsluft. Sie sind also ein ganz wichtiger Baustein im lokalen Klimasystem.
• Wie stark beeinflusst der Zustand unserer Wälder bereits heute das regionale Klima in Deutschland?
In den Dürrejahren 2018-2020 kamen die Wälder an ihre Belastungsgrenze. Die starke Austrocknung der Wälder verstärkt die Erwärmung der Luft. Der eigentlich kühlende Effekt der Wälder blieb aus.
• Welche Folgen des Klimawandels beobachten wir aktuell besonders deutlich in den Wäldern bei uns?
Die höheren Temperaturen und die damit verbundene stärkere Verdunstung und Austrocknung führen zur Schädigung bzw. zum Absterben von Bäumen. Die jährlichen Waldschadensberichte legen Zeugnis davon ab. Schädlinge wie der Borkenkäfer haben es einfacher, die geschwächten Bäume anzugreifen. Umgekehrt speichern die Wälder intensiveren Starkregen weniger gut als leichten Landregen.
Der Wasserhaushalt eines Waldes wird so gestört.
• Können gesunde Wälder helfen, Extremwetter wie Hitze, Dürre oder Starkregen abzumildern?
Definitiv. Vor allem aufgrund der Kühlungsleistung aufgrund der Verdunstung.
• Was müsste aus Ihrer Sicht passieren, damit Wälder künftig besser geschützt und gleichzeitig als Klimaschützer gestärkt werden?
Nach wie vor die wichtigste Maßnahme: Treibhausgasemissionen verringern, schneller als bisher. Und dann geht es um die Anpassung der Wälder an die klimatischen Veränderungen. Da gilt: Probieren, probieren, probieren! Gerade bei der Neugestaltung von Wäldern mit neuen Baumarten. Es liegt leider keine einfache Lösung auf dem Tisch. Bei der Wasserspeicherung helfen aber auch Regenmulden, die schnell und einfach mit einem Bagger im Wald angelegt werden können, um das Regenwasser im Wald zu speichern.








